Agenda 21 Filmreihe

Nach dem Mannheimer Vorbild gibt es nun erstmalig auch in Nürnberg eine Agenda 21- Filmreihe mit sechs ausgewählten Filmen . Das Agenda 21-Büro der Stadt Nürnberg und BLUEPINGU e.V. präsentieren im neu eröffneten Casablanca Filmkunstheater in der Brosamerstraße 12 einmal im Monat als Sonntagsmatinee Filme, die alle etwas gemeinsam haben: die Auseinandersetzung mit unserer Umwelt, unserer Gesellschaft oder unseren Lebensbedingungen.

Ab April 2010 findet die Agenda 21-Reihe als Sonntags-Matinee statt:

Der Fim startet immer um 11:30 Uhr, davor gibt es ab 9:30 Uhr leckeres Bio-Frühstück in der Creperie Yeched Mad im Vorderhaus (Reservierung unter: 0911/443947). Nach jeder Filmvorführung ist Gelegenheit, mit ausgewählten Gesprächspartnern das filmische Thema zu diskutieren und zu vertiefen - ein Kinoerlebnis der besonderen Art. Und das bei freiem Eintritt - dank ebl-Naturkost!

Die Filme in der Übersicht:

13. Juni Sicko

11. Juli David gegen Monsanto

19. September Schwarzes Gold

 

"Sicko", 13. Juni, 11.30 Uhr

Sicko

(116 Min., USA 2007, Regie: Michael Moore)

Wer krank ist, der ist arm dran. Für europäische Gemüter ist diese Weisheit an Banalität kaum zu überbieten. Wie bitter-böse, ernst und im schlimmsten Fall existenzbedrohend es jedoch ist, in den USA krank zu werden. Michael Moore zeigt, wie unbekümmert die großen privaten Krankenkassen mit ihren Patienten umgehen und sie teilweise wie Vieh behandeln. Weiterhin zeigt er auf, dass für ca. 45 Millionen Einwohner des reichsten Landes der Erde nahezu keinerlei medizinische Versorgung besteht.  Die Misere des Systems ist allseits bekannt, allenfalls die Perversionen und Ausartungen waren in dieser Form noch nicht dokumentiert.

Anschließend Diskussion mit Klaus-Peter Murawski, für die Krankenhäuser in Stuttgart zuständiger Bürgermeister und Vorsitzender des
Verbandes der Krankenhäuser in Stuttgart e.V.

 

"David gegen Monsanto", 11. Juli, 11.30 Uhr

David gegen Monsanto

(65 Min., DENKmal-Film 2009, Regie: Bertram Verhaag)

Stellen Sie sich vor, ein Sturm weht über Ihren Garten und ohne Ihr Wissen und ohne Ihre Zustimmung sind nun fremde, genmanipulierte Samen in Ihrem jahrelang gepflegten und gehegten Gemüsebeet. Ein paar Tage später kommen Vertreter eines Multikonzerns zu Ihnen nach Hause, fordern Ihr Gemüse und erstatten gleichzeitig Strafanzeige in Höhe von EUR 20.000,00 wegen widerrechtlicher Nutzung patentierter genmanipulierter Samen.

Und: Das Gericht gibt dem Konzern Recht! Doch Sie kämpfen...

Diese Geschichte ist keine Utopie, sondern bittere Wahrheit weltweit. Es ist auch die Wahrheit von Percy und Louise Schmeiser in Kanada - Träger des alternativen Nobelpreises - die seit mittlerweile 1996 gegen den Chemie- und Saatguthersteller Monsanto kämpfen. Rund dreiviertel der Welt-Ernte an genmanipulierten Pflanzen stammen heute aus Monsanto-Labors, einem US-Konzern, der düstere Erfindungen wie DDT, PCB und Agent Orange sein eigen nennt. Um die Vorherrschaft vom Acker bis zum Teller zu erlangen, schreckt Monsanto vor Nichts zurück. Das mussten auch die Farmer Troy Rush, David Runyon und Marc Loiselle erfahren, sowie tausende anderer Bauern weltweit.

Anschließend Diskussion mit einem Vertreter des Bündnisses Gentechnik.

 

"Schwarzes Gold", 19. September, 11.30 Uhr

Schwarzes Gold

(80 Min., GB 2006, Regie: Marc Francis, Nick Francis; OmU: Englisch/Oromo/Landessprachen mit deutschen Untertiteln)

 Aus einem Kilo Kaffeebohnen lassen sich 80 Tassen Kaffee gewinnen. Ein Coffeeshop in Berlin, Paris oder Los Angeles setzt damit ungefähr 230 Dollar um. Die Bauern der äthiopischen Oromia-Kaffee-Kooperative erhalten dagegen bloß fünfzig Cent pro Kilo. Denn die Verkaufspreise werden an den großen Kaffeebörsen in New York und London festgelegt. Unermüdlich bemüht sich Tadesse Meskela die lange Kette von Zwischenhändlern zu verkürzen, und bietet sein hochqualitatives Produkt auf Messen in Europa und den USA direkt den Röstereien an. Doch auch »Fair Trade« wird einem Entwicklungsland wie Äthiopien nicht ausreichend helfen können. Der Dokumentarfilm »Schwarzes Gold« von Marc und Nick Francis zeigt das Netz von Abhängigkeiten in einer Weltwirtschaft, wo reiche Länder ihre Landwirtschaft großzügig subventionieren und dadurch die Preise – zum Schaden der südlichen Herstellerländer - niedrig halten.

Anschließend Diskussion mit Vertretern der Mission Eine Welt und LoLa.