Gründung einer Initiative
Schon als die Schließungspläne für das Casablanca im November 2008 bekannt wurden, begann eine Initiative von Kino- und Kulturinteressierten aus dem Großraum Nürnberg, sich für den Erhalt des Traditionskinos stark zu machen. Aufgrund der enormen Unterstützung aus der gesamten Bevölkerung und der hohen Spendenbeteiligung wurde im März 2009 aus der Initiative der Verein „Casa e.V. - Kunst und Kultur in der Südstadt“. „Uns wurde schnell klar, dass mit großem ehrenamtlichem Engagement und den Geldern von vielen Spendern das Casablanca eine Zukunft hat“, berichtet Gröbe, ein Mann der ersten Stunde.
Ziel der Aktivisten war es, ein Filmkunsttheater in der vom Niedergang bedrohten Nürnberger Südstadt, zu etablieren, das nicht nur Kino, sondern auch Theater, Musik und Literatur bietet, sondern auch mit der Kneipe einen neuen kulturellen Treffpunkt - als Verein, gestützt auf ein breites ehrenamtliches Engagement.
Ein erster Erfolg
Mehrere Monate lang renovierten die Vereinsmitglieder die Räume von Grund auf und statteten das obere Kino mit 48 Plätzen neu mit Kinotechnik und Bestuhlung aus. Die Hauseigentümergemeinschaft sanierte Elektrotechnik, Sanitäranlagen und Dach. Am 18. September letzten Jahres, also ein halbes Jahr nach der Schließung war es dann soweit: Die Kneipe und das Kino öffneten ihre Pforten – und das Programm kam nicht nur im Nürnberger Süden an.
Obwohl das Casablanca nur über einen einzigen kleinen Saal verfügte, gelang es, eine beträchtliche Zahl von Erstaufführungen für das Kino zu buchen. Darunter waren sowohl größere Arthouse-Filme, die teilweise exklusiv im Casablanca liefen, aber auch viele Filme, die ohne einen Start im Casablanca in Nürnberg nicht ausgewertet worden wären.
Im nicht renovierten großen Saal fanden die Konzertreihe „Alles außer laut“ und thematische Reihen wie „Medizin im Film“ oder das „Agenda 21 Kino“ mit Filmvorführungen und anschließender Diskussion großen Zuspruch. Die Kneipe entwickelte sich zum Treffpunkt. „Wir zeigen Filme, die über den Abspann hinaus wirken, da setzt man sich danach gerne auf ein Bier oder einen Wein zusammen“, ist Thomas Klimiont, im Vereinsvorstand für die Kneipe verantwortlich, zufrieden.